Anf unserem Roadtrip durch Albanien treffen wir auf diese Gruppe albanischer Biker. Die Mädel nehmen erst einmal Anjas Moped in Beschlag.
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Immer geradeaus – unsere Tour in Finnland

Finnland - immer geradeaus. Das Beitragsbild. Hier eine Europastraße, die von Nord nach Süd führt, und kein Fahrzeug in Sicht. Echt langweilig.

Neues Land

Nach eineinhalb Monaten on tour reisen wir in das vierte Land unserer Reise ein. – Finnland! Als Jugendliche habe ich einmal Urlaub auf einer Insel in Finnland gemacht, ich erinnere mich an Lagerfeuer, Sauna und Kanufahren auf finnischen Seen. Unser erster Eindruck vom Land wird aber ein anderer sein.

Wir starten hoch im Norden und erholen uns von der Nordkap-Etappe auf einem kleinen Campingplatz hinter der Grenze in Karigasniemi. Dort gibt es natürlich eine Sauna und kleine Holzhütten zum Übernachten. Eine ist unsere und wir freuen uns, nach mehreren Wochen im Zelt, über ein richtiges Bett. Ebenfalls positiv überraschen die Preise im Supermarkt. Im Vergleich zu Norwegen sind Lebensmittel in Finnland günstig und wir können uns auch die Schokolade mal wieder leisten. Das hebt die Stimmung.

Immer geradeaus

Als wir wieder auf die Motorräder steigen, ist der positive Eindruck aber schnell verflogen. Finnland zeigt sich trist und fahrtechnisch eher langweilig. Die erste Strecke Richtung Inari ist eine kilometerlange Baustelle, Schotterpiste und Schlaglöcher wechseln sich ab und nach ein, zwei Stunden klebt das Visier voller Mücken. Nach der Baustelle folgt dann eine schnurgerade Straße und zwar ebenfalls kilometerlang. Geradeaus ist das Einzige was geht und die Landschaft regt nicht zum Staunen an. Puhhh, Finnland hat aber auch einen schweren Start nach dem beeindruckenden Norwegen. Dort hat uns alles begeistert, von der Landschaft, über die Straßen und Strecken bis hin zum Wetter. Finnland, streng dich an!

Ah und schon begegnen uns wieder die geliebten Rentiere. Hat doch was, dieses Finnland. Einige stehen in Gruppen am Straßenrand und andere, hier in Voutso, laufen fröhlich durch die Ortschaft und knabbern die Blätter aus den Vorgärten. Anderes Land, andere Haustiere. Da wir auf den Teerpisten so schnell wie noch nie vorankommen, fahren wir in einem Rutsch bis nach Sodankylä. Das sind 310 Tageskilometer, vermutlich so viel, wie an keinem Tag unserer bisherigen Reise. Das liegt auch an der Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 km/h und den ewig langen und geraden Straßen. Hausnummern um die 5000 sind hier keine Seltenheit. Wir merken gar nicht, wie die Kilometer vorbeifliegen.

Sonnenuntergang am Fluss

Bei einer kurzen Rast in einem kleinen Café probieren wir die lokale Spezialität – die Moltebeere. Sie ist ein Wahrzeichen Lapplands, sogar auf dem finnischen 2-Euro-Stück abgebildet und wächst in den hiesigen Moorgebieten und Wäldern. Sie schmeckt tatsächlich gut, vor allem, wenn ein Pfannkuchen dazu serviert wird. Yammi!

Sodankylä im finnischen Teil Lapplands ist am frühen Abend schnell erreicht, und wir finden einen schönen Campingplatz am Fluss Kitinen. Das Flussufer blüht in vielen Farben und wir bauen unser Zelt direkt am Wasser auf. Am Abend bietet Finnlands Sonnenuntergang dann alles auf, um uns von der Schönheit des Landes zu überzeugen und die langweilige Fahretappe vergessen zu machen.

Der Sonnenuntergang über dem Fluss ist beeindruckend und das Farbenspiel lässt uns zufrieden seufzen. Auf der Bank am Fluss machen wir es uns gemütlich und genießen den ausklingenden Abend.

Polarkreis in Finnland

Die Nacht wird für mich dann leider ziemlich schrecklich. Die meiste Zeit verbringe ich draußen vor dem Zelt und kehre meinen Mageninhalt nach außen. In solchen Situationen wünscht man sich weit weg von einem Campingplatz bei dem die Toilette auch noch einen halben Kilometer entfernt ist. Die Schattenseite des Roadtriplebens und Campings.

Dafür kann das arme Finnland mal nichts und ich komme zum Glück schnell wieder auf die Beine. Nach einem Tag mit ausgewogener Ernährung (1 Banane!) sitze ich am übernächsten Morgen wieder auf dem Motorrad. Der Süden ruft und wir wollen endlich in wärmere Gefilde. Dazu müssen wir den Polarkreis zum zweiten Mal auf unserer Reise überqueren.

Der befindet sich in Finnland in der Nähe des Weihnachtsmanndorfes und der Hauptstadt Lapplands, in Rovaniemi. Beidem statten wir einen Besuch ab und sind nur mäßig begeistert. Das Weihnachtsmanndorf etwas außerhalb der Stadt ist zur Hälfte geschlossen und befindet sich im Umbau, vermutlich weil die Wintersaison noch nicht angefangen hat. Ein paar Touristenbusse stehen vor dem Eingang und wir staunen zumindest über die Fülle von Weihnachtsartikeln, mit denen wir Anfang August nicht so richtig viel anfangen können. Wir wärmen uns bei einem Kaffee auf und düsen dann schnell weiter. Südlich des Polarkreises muss es doch nun wärmer werden.

Oulu

In Oulu campen wir auf einer kleinen Insel, die der Stadt vorgelagert ist. Den Strand können wir aufgrund des Wetters nicht so recht nutzen bzw. sind wir nicht so abgehärtet wie die Finnen, die bei jeder Temperatur ins Wasser gehen. Uns ist es zu kalt und wir verschwinden schnell im Zelt. Ich bin am nächsten Tag einigermaßen fit und die Sonne lässt sich unterwegs nach Vaasa auch mal blicken. Vaasa ist unsere letzte Station bevor wir die Südküste Finnlands erreichen. Wir haben uns gegen die finnische Seenplatte im Südosten entschieden und für eine schnelle Weiterreise nach Estland. Vor dem Winter wollen wir noch einiges in Europa sehen und die Schlechtwetterzeit möglichst weit südlich verbringen.

Abschluss in Vaasa

Vaasa ist übrigens zweisprachig, hier wird Finnisch und Schwedisch gesprochen und ist nicht zu verwechseln mit Wasa, dem Knäckebrot, das aus Schweden stammt. Wir gönnen uns am Abend ein finnisches Bierchen auf dem Campingplatz und sinnieren über die missglückte Beziehung zu Finnland bisher. Zum Einen liegt es an den Strecken, die einfach ziemlich schnurgerade und langweilig für uns daher kommen. Zum Anderen haben wir wohl einfach das Gefühl, gen Süden und der Sonne entgegen flüchten zu müssen. Daher hat Finnland es nicht leicht bei uns. Was hat uns gefallen: die finnischen Wälder, die ruhige Art der Einheimischen und die tollen Sonnenuntergänge.

In Turku und Helsinki wollen wir uns in den nächsten Tagen vom städtischen Charme Finnlands bezaubern lassen. Mal sehen, ob das klappt. Bis dahin: Kippis! (Prost!)

Hat dir unser Beitrag gefallen? Bist du nun auch bereit, für eine Finnlandreise – immer geradeaus? Vielleicht warst du schonmal in Finnland und hast einen ganz anderen Eindruck. Schreib es uns in die Kommentare und lass uns ein Feedback da. Wir freuen uns sehr! Noch mehr Berichte über Finnland und viele andere Länder Europas findest du auf unserem Blog.

Anja
Hey, ich bin Anja, 29 Jahre alt und seit Juni 2017 mit Thorsten und meiner Kawasaki auf Reisen. Meinen Job habe ich aufgegeben, um mich voll und ganz dem Reisen zu widmen. Auf unserem Blog Movinminds.com schreibe ich die Texte und lasse dich so an unserem Abenteuer teilhaben.

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