Viel Spaß beim Roadtrip durch Griechenland. Den hatten wir nämlich auch.
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Turku und Helsiniki – Unsere Highlights in Finnlands Süden

Lost in Helsinki Schild vor einer Bar in der Innenstadt der Hauptstadt Finnlands

Turku

Im Süden Finnlands liegt die Stadt Turku direkt an der Ostsee. Turku ist mit ca. 180.000 Einwohnern die sechstgrößte Stadt des Landes und auch aufgrund vorgelagerten 20.000 Schäreninseln eine Tourismushochburg. Wir freuen uns auf ein paar Tage im milden Süden des Landes, denn wir wollen endlich mal wieder Sonne tanken.

Unser Quartier schlagen wir auf der Insel Ruissalo auf, die landschaftlich schon ein Highlight ist. Der Campingplatz liegt direkt auf der Spitze der Insel und bietet neben viel Grün auch einen tollen Strand mit, na klar, Saunen für die Gäste. Ruissalo ist nicht nur eine der größten Inseln im Schärenmeer von Turku sondern gleichzeitig auch ein Stadtteil. Über eine Brücke kommst du bequem auf die Insel. Auf 6 Kilometern bietet Ruissalo vor allem Ruhe, da der größte Teil der Insel ein Naturschutzgebiet ist und es nur wenig Bebauung gibt. Im Sommer kommen die meisten Gäste wegen der tollen Aussicht auf die Schären und Cafés entlang der Küste.

Turkus Sehenswürdigkeiten

Wir werden hier tatsächlich von der finnischen Sonne überrascht und frieren lediglich nachts noch ein wenig. Im Juli und August sind Temperaturen bis zu 30 Grad möglich, die Durchschnittstemperatur beträgt aber nur kuschelige 4 Grad. Brrr. Was hat die Stadt sonst zu bieten, außer Meer und Inseln? Zum Beispiel eine Burg. Am Ufer des Aurajoki liegt die Burg Turku, die das größte mittelalterliche Gebäude des Landes ist. Sie wurde zwischenzeitlich auch mal als Gefängnis zweckentfremdet. Die Burg ist wunderbar in Stand gesetzt und beherbergt heute das Historische Museum Turkus.  Wer noch mehr Lust auf beeindruckende Gebäude hat, besucht den Dom von Turku, der auch Sitz des Erzbischofes ist.

Besonders gut gefallen hat uns die Promenade entlang des Aurajoki. Der Fluss schlängelt sich über neun Kilometer durch Turku und am Ufer haben sich zahlreiche Cafés und Lokale niedergelassen. Hier kannst du dich im Sommer in der Sonne aalen und dabei Kaffee und ein leckeres Stück Kuchen genießen. Für uns bestätigt sich hier auch wieder unsere Vorliebe für Städte am Wasser. Es ist einfach eine besondere Atmosphäre, die Lebensqualität und Gemütlichkeit ausstrahlt.

Naantali – Hafenstadt mit Flair

Am zweiten Tag in der Stadt Turku besuchen wir Naantali. Naantali gehört zwar nicht zu Turku, liegt aber nur eine Katzensprung entfernt. Mit den Motorrädern sind wir in 20 Minuten dort. Naantali ist eine der ältesten Städte Finnlands, ihre Wurzeln reichen ins 14. Jahrhundert zurück. Vor allem die aus Holzhäusern bestehende Altstadt gibt Naantali ein besonderes Flair. Es gibt einen kleinen Hafen und eine hübsche Promenade, die zum Flanieren einlädt. Naantali ist im Vergleich zu Turku eine Kleinstadt und gerade deshalb gefällt es uns gut. Hier sind zwar im Hochsommer viele Touristen auf Souvenirjagd, aber mit einem Eis in der Hand auf einer der vielen Bänke sitzend, lässt es sich wunderbar aushalten.

Naantali entschleunigt uns Reisende, wir schalten sprichwörtlich einen Gang zurück. Pläne sind dazu da, um sie über den Haufen zu werfen. Das ist einer der großen Vorteile unserer Art zu Reisen – kein Zeitlimit, keine vorgegebene Route und nur selbst auferlegte zeitliche Einschränkungen. Daher lassen wir uns gerne von der gemütlichen Atmosphäre von Naantali vereinnahmen und entscheiden uns spontan für eine Bootstour am nächsten Tag. Wir verweilen einen Tag länger in Turku, um die Schärenregion vom Boot aus zu erleben.

Bootstour durch die Schärenlandschaft

Am nächsten Morgen um 10 Uhr geht die Reise in Turku los. Nachdem wir erst den Anleger nicht finden konnten, kommen wir minimal gehetzt und leicht geschwitzt in unseren Motorradklamotten doch noch pünktlich aufs Schiff. Für 29 Euro pro Person fährt der Dampfer Ukkopekka von Turku nach Naantali und zurück. Einmal durch die Schärenlandschaft vor den Toren der Stadt. 3,5 Stunden dauert die Tour und ist wirklich lohnenswert. Vor allem, wenn du so viel Glück hast wie wir und die Sonne vom Himmel brezelt.

Die vielen kleinen Insel breiten sich malerisch vor uns aus und wir bestaunen auch die schicken Holzhäuser, die sich als Farbkleckse von den grünen Schären abheben. Da wir Naantali schon kennen, bleiben wir einfach an Bord, bis das Boot den Rückweg antritt. Mit dem Ticket kannst du auch den Nachmittag in Naantali verbringen und dann wieder zurück nach Turku fahren. Wir sind rundum zufrieden mit unseren Ausflug in die Schärenlandschaft und kommen am frühen Nachmittag im Hafen Turkus an.

Auf dem Rückweg zum Motorrad entdecken wir noch den mächtigen Dreimaster Suomen Joutsen, der hier vor Anker liegt. Und ein Foto mit dem Denkmal der finnischen Motorradrennfahrerlegende Jarno Saarinen darf natürlich auch nicht fehlen.

Unsere bisher eher verhaltene Begeisterung für Finnland hat mit dem Besuch in Turku und Naantali Aufwind bekommen. Nun freuen wir uns auf die Hauptstadt Helsinki, die unserem Finnland-Roadtrip einen tollen Abschluss beschert.

Helsinki

Nach einer langatmigen Fahrt durch diverse Baustellen und Ortschaften erreichen wir endlich die Hauptstadt Finnlands – Helsinki. Die Stadt liegt am Finnischen Meerbusen und ist die größte des Landes. Aber erst seit 100 Jahren ist Helsinki die Hauptstadt, vorher war Turku die wichtigste Stadt in Finnland. Wir wollen zwei Nächte hier verbringen und Helsinki erkunden.

Wir übernachten auf dem Campingplatz Rastila, von dem die Stadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen ist. Für 2,60 Euro pro Person geht es einfach und schnell ins Zentrum. Typisch für Finnland ist es mal wieder grau in grau als wir los ziehen. Aber bei so einem Besuch in der Hauptstadt hält uns das natürlich nicht vom Sightseeing ab.

Zu Fuß durch die Hauptstadt Helsinki

Los geht’s an der Universität, wo wir die warme Bahn verlassen und zu Fuß weiter gehen. Auf den ersten Metern Richtung Hauptbahnhof beeindruckt Helsinki bereits mit seiner Architektur. Der Hauptbahnhof, das Kunstmuseum und das Nationaltheater bilden ein tolles Ensemble und sind ein Genuss für den Betrachter. Da kann auch der graue Hintergrund nichts dran ändern.

Inmitten der trubeligen Einkaufsmeile wird viel musiziert. Uns gefällt diese entspannte und kreative Atmosphäre, die Helsinki hier umgibt. Meist sind die Zentren der großen europäischen Hauptstädten doch sehr ähnlich, die gleichen Geschäfte, die gleichen Restaurantketten. Daher suchen wir immer nach kleinen Besonderheiten, die den Charme einer Stadt ausmachen. In Helsinki sind es die Straßenmusiker. Wir lauschen den verschiedene Klängen bei unserem Bummel durch die Straßen.

Im Zentrum Helsinkis

Im Park Esplanadi belohnen wir unsere ersten Kilometer in Helsinki mit einem Kaffee vom Bike Café und setzen unseren Weg zum Hafen fort. Der Marktplatz Kauppatori ist das Herz der Stadt. Die älteste Markthalle Helsinkis steht hier, die Vanha kauppahalli, und wartet mit allerlei kulinarischen Köstlichkeiten auf. Seit 1889 bieten die Händler hier ihre Waren an. Draußen wie drinnen weiß man gar nicht, was man zuerst probieren soll. Wir begnügen uns vorerst mit einem finnischen Bier auf dem Deck des Outdoor-Schwimmbads, das gegenüber der Markthalle zum Planschen einlädt. Wer mag, schwimmt hier, mitten im Zentrum, im Meerwasserpool und kann dabei das Ein- und Auslaufen der Schiffe im Hafen und das Treiben auf dem Marktplatz beobachten. Die Dachterasse bietet einen tollen Blick auf das Rathaus und über das Zentrum Helsinkis. Da zahlen wir doch gerne 9 Euro für unser Neighbour-Bier, für eine Flasche!

Der Senatsplatz und das Wahrzeichen Helsinkis

Unser Spaziergang führt uns nach der kleinen Stärkung zur orthodoxen Kirche, die auf der Halbinsel Katajanokka thront. Ein beeindruckendes Gebäude, das sich vom Rest der Architektur der Innenstadt abhebt. Die Uspenski-Kathedrale ist die größte orthodoxe Kirche im westlichen Europa. Wir finden es immer schön zu sehen, wie die Kirchen verschiedenster Religionen für ein buntes Stadtbild sorgen und das friedlichen Miteinander symbolisieren. Denn unweit von der orthodoxen Kathedrale steht das Wahrzeichen Helsinkis, der Dom. Die weiße Kirche im Stil des Klassizismus ist das zentrale Gebäude auf dem Senatsplatz und lässt uns staunen. Der Dom von Helsinki strahlt förmlich und wirkt wie ein Koloss im Zentrum der Regierungsgebäude.

Musikalisches Helsinki

Helsinki lässt definitiv das Herz von Architekturliebhabern höher schlagen. Aber für uns steht der Besuch der Stadt im Zeichen der Musik. Auf dem Rückweg zur Metro hören wir in der Ferne Live-Musik und gehen dem Klang nach. In der Nähe des Botanischen Gartens wird direkt am Wasser ordentlich gefeiert. Auf der Wiese rund um ein Restaurant sitzen die Leute und genießen die gemütliche Abendstimmung. Da gesellen wir uns doch gerne dazu. Eigentlich wollten wir noch zur Festung Suomenlinna übersetzen, die als UNESCO Weltkulturerbe jährlich viele Besucher nach Helsinki lockt. Doch heute lassen wir uns einfach treiben und beobachten den Trubel von unserer Bank im Park.

Zum Abschluss des Tages überrascht uns ein heftiges Sommergewitter und wir sind froh, dass wir mit der Metro trocken zurück zum Zelt kommen. Mit unserem Tag in der Hauptstadt Helsinki sind wir rundum zufrieden. Die Stadt am Wasser hat uns überraschend gut gefallen und für unseren nächsten Besuch haben wir auf jeden Fall Badesachen im Gepäck.

Treffen mit Motorradreisenden

Vor unserer Abreise in das nur 80 Kilometer entfernte Tallinn in Estland treffen wir noch auf gleichgesinnte Motorradreisende. Patrick Ehrmann aus Köln und Gonçalo Cunha de Sá aus Portugal sind ebenfalls auf großer Reise und genau wie wir gen Süden unterwegs. Sie setzen jedoch einen Tag später mit der Fähre in die baltischen Staaten über. Wie immer ist es ein anregender Austausch, der die Vorfreude auf viele weitere schöne Ecken Europas weckt.

Auf Wiedersehen, Helsinki und Finnland!

Auf dem Weg zur Fähre kommen wir noch an der Finlandia-Halle vorbei, in der die Schlussakte von Helsinki im Jahre 1975 von 35 Staaten ratifiziert wurde. Die Vereinbarung galt damals und in den Folgejahren als ein wichtiger Schritt zur Beendigung des kalten Krieges.

Das Gebäude ist eines der bedeutenden Beispiele des Funktionalismus in der Stadt. Das Kongressgebäude von Alvar Aalto lässt unser Herz aber nicht höher schlagen, vermutlich weil es so funktional und schnörkellos ist. Der Kontrast zur restlichen Architektur der Stadt groß.

Nun heißt es aber Näkemiin Suomi (Auf Wiedersehen, Finnland), wir machen uns auf den Weg nach Estland!

Dir hat unser Ausflug nach Helsinki gefallen? Weitere tolle Tipps für eine Reise in die Hauptstadt Finnlands findest du z. B. auch bei 22places, Lillies Diary und Whale of a time. Viel Spaß beim Stöbern und Lesen.

Falls du selbst noch mehr Tipps und Highlights für Helsinki parat hast, schreib uns doch eine Nachricht oder hinterlasse uns einen Kommentar. Wir freuen uns immer über Reiseinspirationen.

Noch mehr Berichte über Finnland und viele andere Länder Europas findest du auf unserem Blog.

Anja
Anja
Hey, ich bin Anja, 29 Jahre alt und seit Juni 2017 mit Thorsten und meiner Kawasaki auf Reisen. Meinen Job habe ich aufgegeben, um mich voll und ganz dem Reisen zu widmen. Auf unserem Blog Movinminds.com schreibe ich die Texte und lasse dich so an unserem Abenteuer teilhaben.

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