Kroatien - Anja bei einem kurzen, abendlichen Stopp im herrlichen Dalmatien (c) MovinMinds GbR
Roadtrip durch Kroatien – Route, Unterkünfte und Kosten
18. März 2018
Alle unsere Lieblingsgadgets auf einen Blick. Leider fehlen die Rok-Straps. - Die wollten am Motorrad bleiben.
Unsere besten Reisegadgets, auf die wir nicht mehr verzichten wollen
6. April 2018

Besuch am Nordkap – im hohen Norden Europas

Eine Totale auf den Außenbereich des Nordkapp. Rechts der berühmte Gitterglobus, das Wahrzeichen dieser Landmarke.

Die Fahrt zum Nordkap ist ein Traum vieler Motorradfahrer und -reisenden. Einmal auf 2 Rädern bis an den fast nördlichsten Punkt in Europa rollen und, wie viele andere auch, vor der Weltkugel am Kap posieren. Der nördlichste Punkt des europäischen Festlandes liegt übrigens gar nicht weit vom Nordkap entfernt und zwar in Kinnarodden. Leider ist der nur zu Fuß und nicht mit dem Motorrad erreichbar.

Bei der Planung unserer Motorradreise war schon früh klar, wir wollen hoch zum Nordkap und diese Wahnsinnsstrecke vom Süden Norwegens bis an den nördlichen Zipfel bewältigen. Auf dem Weg zum Nordkap liegen unzählige schöne Ecken, die es zu erkunden gilt und Norwegen macht es einem leicht, diese 4.000 Kilometer bis zum Ziel zu genießen. Nach unserer letzten Station auf den Lofoten sollte es nun soweit sein: Die letzte Etappe bis zum Nordkap lag vor uns. Noch etwas mehr als 500 Km und zwei Stopps in Skitbotn und Alta.

Auf dem Weg zum Nordkap. Neben Rentieren sind Wasserfälle eine der Attraktionen.
Es ist noch ein langer Weg zum Nordkap. Bei diesen Ansichten allerdings sehr kurzweilig.

Begegnungen unterwegs

Skibotn ist mit seinen 700 Einwohnern recht beschaulich, aber wir machen mal wieder eine interessante Reisebekanntschaft. Peter aus Braunschweig ist mit seiner Hündin Hilde im blauen Bus unterwegs. Skandinavien ist sein liebstes Revier und er kann uns viel über Schweden, Norwegen und den hohen Norden berichten. Unsere Fahrt Richtung Nordkap findet er gar nicht so erstrebenswert, aber wir lassen uns ein eigenes Urteil natürlich nicht nehmen.
Das Schöne am Reisen: Interessante Menschen und Abenteurer kennen lernen, die ähnliche Wünsche und Träume verfolgen wie wir. Sich austauschen, Geschichten hören und erzählen und einfach gemeinsam in Erinnerungen schwelgen. Aus Reisebekanntschaften werden in manchen Fällen Freunde, die einen immer wieder ein Stück des Weges begleiten.

Unser Stopp in Skibotn wird unfreiwillig aufgrund des Wetters um einen Tag verlängert. Wir bekommen einen Eindruck vom kalten Norden, es regnet und wir frieren ordentlich in unserem Zelt. Zum Glück gibt es auf unserem Campingplatz eine Sauna inklusive. Die Nähe zu Finnland hat durchaus Vorteile.

Als wir uns wieder auf den Weg machen, wird es auch nicht wärmer. Dafür begleiten uns wunderschöne Fjorde und schneebedeckte Berge bis nach Alta. Wir wärmen unsere Gliedmaßen in einem kleine Café und freuen uns schon auf die warme Dusche am Abend. Ganz gedankenverloren fahren wir die letzten Kilometer bis zum Altafjord.

Irgendwo hinter diesen Bergen liegt das Nordkap. Wird das Wetter mitspielen?

Rentierspotting

Doch plötzlich muss ich schreien, Thorsten hört mich über unseren Helmfunk* und hält vor Schreck an. Am Straßenrand entdecke ich doch tatsächlich die ersten Rentiere unserer Reise – auch noch ein Muttertier mit 4 Kälbern. Unglaublich. Ich halte gebührenden Abstand, schalte den lauten Motor der Kawasaki aus und kann unser Glück kaum fassen. Endlich ist es soweit, Rentiersichtung direkt am Straßenrand. Was ich noch nicht weiß: die nächsten zwei Tagen könnten die Überschrift „Rentierdrive“ vertragen. Uns wird eine Herde nach der nächsten begegnen.

Doch in diesem Moment könnte die Begegnung nicht schöner sein. Wir schießen einige Bilder und nehmen ein kurzes Video auf. Darüber vergessen wir sogar die Kälte für einige Momente. Die Tiere in so kurzer Entfernung in ihrer natürlichen Umgebung zu sehen ist einfach wunderschön. Auf den nächsten Kilometern kommen uns unzählige Tiere entgegen, manche haben es sich mitten auf der Straße bequem gemacht, sie lassen sich durch den Verkehr kaum stören. Eine große Herde trabt am Hang Richtung Straßengraben hinab und grast friedlich vor sich hin. Norwegenidylle pur!

Endlich: Rentiere. Wir treffen sie nahezu überall an. Anja ist völlig verzückt, und unser Trip zum Nordkap verzögert sich bisweilen schon einmal, weil auch die xte Sichtung dokumentiert werden muss.
Woher wissen die Rentiere, dass sie nur in diesem Bereich die Straße queren dürfen? Die MovinMinds auf dem WQeg zum Nordkap
Endlich: Rentiere. Wir treffen sie nahezu überall an. Anja ist völlig verzückt, und unser Trip zum Nordkap verzögert sich bisweilen schon einmal, weil auch die xte Sichtung dokumentiert werden muss.

Letzter Zwischenstopp: Alta

Als wir am Abend Alta erreichen, sind es noch immer einige Kilometer bis zum Nordkap, doch unsere Reise hierher hat sich definitiv bereits gelohnt. Unsere Begeisterung für Norwegen und seine Natur könnte nicht größer sein.

Auch Friederike, unsere nächste Reisegefährtin, aus der Nähe von Köln, teilt unsere Norwegenliebe. Sie ist in Begleitung von Rudolf, dem Stoffelch ihrer Enkelin, unterwegs und zeigt ihm und ihren Enkeln zuhause die schönsten Ecken des Landes. Sie war bereits am Nordkap, das wir hoffentlich am nächsten Tag erreichen.

Ausgeruht und voller Vorfreude brechen wir zu einem unserer letzten Fahrtage in Norwegen auf. Nordkap, wir kommen! Heute soll es soweit sein. Der Tag verlangt uns einiges ab, die Kilometer über die Hochebene ziehen sich. Es ist eisig kalt, vor allem die Finger frieren in unseren Handschuhen* (trotz dicken Futters). Die Vegetation ist karg bis nicht vorhanden und nicht nur wir haben mit zeitweiliger Einöde zu kämpfen. Zwei Fahrradfahrer quälen sich in deutlich langsamerem Tempo durch die Gegend, der Wind fegt uns allen ins Gesicht. Wir möchten auf gar keinen Fall tauschen und ziehen den Hut vor so viel Kampfgeist und Sportlichkeit.

In Alta treffen wir Friederike und Rudolf, den Elch. Mit den besten Wünschen der beiden kann die Weiterreise zum Nordkap ja nur gut verlaufen.

Am Nordkap

Dann brechen die letzten Kilometer an. Die Sonne strahlt vom Himmel und wir sind mal wieder vom Wettergott belohnt worden. – Sonne am Nordkap! Nach 6.500 Kilometern erreichen wir unser Ziel im hohen Norden Europas. Sonnenstrahlen begleiten unseren Weg und wir sind stolz! Stolz auf unsere Fahrt zum Nordkap, stolz auf viele wunderschöne Erlebnisse in Norwegen und unsere Abenteuerlust.
Runter von den Motorrädern und rauf auf die Plattform hinter dem Besucherzentrum. Von Einöde keine Spur mehr, die Touristen sind hier in Vielzahl zugegen. Aber auch das kann unsere Stimmung nicht trüben. Das Erinnerungsfoto zeigt uns breit grinsend und in Siegerpose. Mit den eigenen Motorrädern ans Nordkap, unser Traum ist wahr geworden. Die Sonne scheint und der blaue Himmel bietet die richtige Kulisse für unsere letzte Etappe in Norwegen.

Der „Globus“ als Wahrzeichen am Nordkap kann aber kaum mit der tollen Aussicht über das Nordpolarmeer dahinter mithalten. Und auch das Besucherzentrum mit Souvenirladen, „Postamt“, Kino, Restaurant und Ausstellung versprüht für uns keine Anziehungskraft. Vielmehr sind es doch die Gefühle von Freiheit und Abenteuerlust, die wir mit dem Ziel Norkap verbunden haben. Daher erinnern wir uns nun wieder an die Worte von Peter, das Nordkap lohne sich gar nicht. Das Nordkap selbst müssen wir sicherlich auch nicht zweimal im Leben sehen, aber den Weg dorthin, den würden wir jederzeit wieder fahren.

Auf Reisen geht es für uns vor allem um neue Erlebnisse, Entdeckungen, Orte und Menschen, die wir kennen lernen. Mal mehr, mal weniger intensiv. Auf unserem Weg in den hohen Norden ans Nordkap haben wir all die für uns besonderen Momente erlebt, Menschen getroffen und atemberaubende Landschaften entdeckt. Ohne das Nordkap, ganz dort oben, auf 71° 10′ 21“ nördlicher Breite, wären wir vielleicht nie in diese schönen Ecken Norwegens aufgebrochen.

Strahlender Sonnenschein am Nordkap. Wir haben es geschafft!!!!
Strahlender Sonnenschein am Nordkap. Wir haben es geschafft!!!!
Strahlender Sonnenschein am Nordkap. Wir haben es geschafft!!!!

Was können wir dir zum Abschluss unserer Norwegen-Etappe noch mit auf den Weg geben? Unbedingt hinfahren, fliegen, radeln oder laufen. Norwegen ist absolut eine, wenn nicht mehrere Reisen wert. Wir haben unseren Roadtrip durch das wohl schönste Land Skandinaviens in vollen Zügen genossen und können jede von uns besuchte Ecke nur weiterempfehlen. Egal ob Süden oder Norden, Osten oder Westen – Norwegen ist klasse. Aber mache dir am besten selbst ein Bild. Unsere fast 4.000 Kilometer durch Norwegen haben uns auf jeden Fall zu Norwegenfans gemacht.

Fakten zum Nordkap-Besuch

Eintritt: 57 € (24 h Parkerlaubnis)
Getränke und Verpflegung hochpreisig
Souvenirshop, Kino, Museum und Restaurant im Besucherzentrum
Weitere Infos

Camping am Nordkap
Campingplatz für 28 € für 2 Personen mit Zelt und Motorrad
ca. 25 Kilometer vom Nordkapp entfernt
Einfache Sanitäranlagen

Noch mehr Norwegenfeeling gefällig? Alle Berichte unseres mehrwöchigen Roadtrips durch das Land der Rentiere und Fjorde findest du auf unserer Norwegen-Seite. Viel Spaß beim Lesen. Sollten dir unsere Beiträge gefallen, dann lass uns doch einen Kommentar oder eine Nachricht da. Geschrieben mit viel Norwegenliebe von Anja und Thorsten.

Anja
Hey, ich bin Anja, 29 Jahre alt und seit Juni 2017 mit Thorsten und meiner Kawasaki auf Reisen. Meinen Job habe ich aufgegeben, um mich voll und ganz dem Reisen zu widmen. Auf unserem Blog Movinminds.com schreibe ich die Texte und lasse dich so an unserem Abenteuer teilhaben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.