Schweden ohne Flaggen - undenkbar.
12 Dinge, die du über Schweden wissen solltest
24. August 2017
Unsere Wanderung zum Kjeragbolten oder Mutprobe in 1.000 Metern Höhe
10. Oktober 2017

Unsere Highlights und Tipps für einen Besuch in Norwegens Hauptstadt Oslo

Die Hauptstadt Oslo ist das erste Ziel in dem Land, auf das wir uns in Skandinavien am meisten gefreut haben - Norwegen. So viel Lobes- und Liebeshymnen haben wir gehört und gelesen, aber wir wollen uns natürlich selbst überzeugen und unbedingt nach Norwegen. Dafür haben wir auch den unvermeidlichen Regen eingeplant, der hier zu jeder Jahreszeit vom Himmel kommt. Als wir am 10. Juli unser erstes Ziel in Norwegen, dem zweiten Land auf unserer Reise, erreichen, kommt es aber wirklich dicke für uns. In Oslo schüttet es ohne Unterlass und wir sind schon beim Überfahren der Stadtgrenze völlig durchgenässt. Die Stadt schaut nicht gerade freundlich aus der Wäsche, wir quälen uns durch einige Baustellen, können kaum durchs Visier schauen und werden von vorbei fahrenden Fahrzeugen mit Wasserschwallen bedacht. Das geht gut los. Auf der Suche nach dem Campingplatz, den ich bei Google Maps raus gesucht habe, geht es mitten in die Innenstadt. Das kommt mir schon spanisch vor, aber wir wollen einfach nur ankommen und ins Trockene.

In einer Seitenstraße entdecken wir „Oslo Camping“, mhhh, das sieht nun gar nicht nach einem Campingplatz aus, so eingequetscht in eine Häuserzeile. Vielleicht ist es eher ein Hostel? Schnell absteigen und rein, nachfragen. Tja, schon der erste Blick in das Etablissement verrät, das ist eine Minigolfbahn mit angeschlossener Bar. Der freundliche junge Mann hinter der Theke klärt mich auf: „It’s a concept.“ Na super! Das hilft uns jetzt nicht weiter. Klitschnass stehe ich in diesem Konzeptladen und logge mich mal eben ins Wlan ein, um einen richtigen Campingplatz zu finden, wo wir außer Bier trinken und Minigolf spielen auch unser Zelt aufstellen können. Thorsten erwartet mich draußen mit einem wissenden Blick. Das kann nun wirklich kein Campingplatz sein. Nein, ist es auch nicht und jetzt heißt es, wieder rauf aufs nasse Motorrad und weiter fahren. Der nächste Platz ist ein paar Kilometer außerhalb der Innenstadt, wie es Campingplätze meist so an sich haben. Wir halten kurz bei einem Supermarkt und merken gleich, wir sind in Norwegen. Ein ebenfalls recht teures Land, was die Verpflegung angeht. Auf den Schock gönnen wir uns ein norwegisches Bier.

Am Camping Ekeberg angekommen, treffen wir ein deutsches Pärchen, das mit dem Auto in Norwegen unterwegs ist. Sie fragen uns, ob und wie sie hier die Maut bezahlen müssen. Da müssen wir passen, es gibt eine Maut auf vielen norwegischen Straßen, auch hier in Oslo, aber die gilt zu unserem Glück nicht für Motorräder. Wenigstens etwas Positives, wenn wir uns hier schon nass regnen lassen müssen.
Der Campingplatz ist keine Offenbarung, aber das werden wir künftig von den meisten stadtnahen Plätzen zu berichten wissen. Eine große abschüssige Wiese, zumindest mit Ausblick über Oslo, und einigermaßen annehmbaren Sanitäranlagen. Für heute sind wir bedient. Es hört ein wenig auf zu regnen, nachdem wir unser Zelt aufgebaut haben. Es ist einfach nicht unser Tag. Daher beschließen wir denselbigen nach einem selbst gekochten Essen und dem leckeren norwegischen Bier und hoffen auf morgen.
Nachdem wir erst spät in die Gänge kommen und lange überlegen, ob wir überhaupt noch eine Nacht bleiben sollen, entscheiden wir uns doch für ein wenig Sightseeing in der City. Nun, da wir schon einmal da sind, wollen wir auch einen Blick nach Oslo rein werfen. Der nicht ganz gelungene Start am gestrigen Tag soll uns nicht weiter belasten. Am Campingplatz fährt direkt ein Bus in die Stadt hinein und wir kaufen direkt ein 24-Stunden-Ticket für 18 Euro an der Rezeption. Zum Glück ist es trocken und einer Fotosession, z.B. an der beeindruckenden Oper in Oslo steht nichts entgegen.
In der Innenstadt angekommen, führt uns der erste Weg auch genau dort hin. Dafür überqueren wir eine kleine Brücke über die Gleise des Bahnhofs, hinter dem der Barcode liegt. Das ist die Bezeichnung für eine Reihe von hochmodernen Wolkenkratzern, die die Skyline der Stadt neu bestimmen. Hier fallen uns, genau wie gestern, die vielen Baustellen auf, Oslo ist mit Kränen gepflastert - und es wird auch wirklich gearbeitet. Das spricht für eine Stadt, die viel investiert und dafür genug Geld hat. Oslo hat ca. 660.000 Einwohner und hier in der Region lebt fast ein Drittel der norwegischen Bevölkerung.

Die Norwegische Oper ist ein architektonisches Highlight und schon allein wegen diesem Bauwerk hat sich der Weg hierher gelohnt. Wenn es dich mal nach Oslo verschlägt, sollte ein kleiner Spaziergang über das Dach der Oper auf jeden Fall auf deinem Programm stehen. Natürlich haben wir den beeindruckenden Ort nicht für uns alleine. Aber ganz so voll wie an einem sonnigen Wochenendtag ist es auch nicht. Vom Dach der Oper hast du einen tollen Blick über den Hafen und einen guten Teil der Stadt. Das Architekturbüro Snøhetta hat ganze Arbeit geleistet und seit 2008 zieht es viele Touristen und Reisende genau deshalb in die Stadt. Der Blick vom gegenüberliegenden Kai ist einmalig. Wir können uns vielleicht doch noch mit dieser Stadt anfreunden.

170711_N_Oslo_0506-1
170711_N_Oslo_0549-1
170711_N_Oslo (32)-1
In der Altstadt (Gamlebyen) und der Hauptfußgängerzone (Johans gate), die an den sehenswertesten Gebäuden der Stadt vorbeiführt, ist nichts von einem Dienstagnachmittag zu spüren. Die Straßen sind voll, wie in jeder europäischen Hauptstadt wohl das ganze Jahr über, mit Touristen und Einheimischen und vielen Straßenkünstlern, die das Publikum versuchen zu unterhalten. Hier lohnt sich der Gang zum Königlichen Schloss (Slottet) und ein Blick auf das Rathaus sowie den Osloer Dom (Oslo Domkirke).
Da wir unsere Laptops im Gepäck haben, sind wir auf der Suche nach einem schönen Café mit Wlan und Stromversorgung. Das erweist sich als gar nicht so leicht. Steckdosen sind Mangelware und die meisten Lokale entweder Ketten, die völlig überfüllt sind oder kein Wlan haben. Diese Suche führt uns in ein kleines Café in einer Nebenstraße und als wir es um 15:30 Uhr betreten, macht es natürlich um 16 Uhr zu. Hast du sowas schon einmal erlebt? Cafés, die um 16 Uhr schließen? In einer Großstadt? Wir, ehrlich gesagt, nicht. Wir finden dann doch einen Spot und stärken uns für den weiteren Rundgang. Der große Kaffee für 7 € lässt uns allerdings schnell den Appetit vergessen.

170711_N_Oslo_0552-1
Von den Bezirken Akker Brygge und Tjuvholmen, einem der neuesten Viertel von Oslo, sind wir wieder positiv überrascht, hier tobt das Leben. In Akker Brygge gibt es viele schöne Restaurants und Cafés und Tjuvholem schließt sich zum Wasser hin an wie eine kleine Halbinsel. Architekten haben hier ein kleines Juwel geschaffen. Das Museum für moderne Kunst (Astrup Fearnley Museet) ist genauso sehenswert wie der Skulpturenpark mit Blick auf die Bucht. Selbst einen kleinen Badestrand gibt es. Die Wohnungen und Lofts sind sicher unbezahlbar in dieser unverschämt tollen Lage. Also, ein weiteres Must-see für einen Spaziergang durch Oslo.

Am darauffolgenden Tag reisen wir ab, nicht sehr wehmütig müssen wir zugeben. Wir haben uns aber für die Fahrt aus der Stadt noch ein kleines Bonbon ausgeguckt - die Skisprungschanze Holmenkollbakken auf dem Berg Holmenkollen. Da wir Action mögen, hat uns das Angebot des Ziplinens auf der Schanze natürlich sofort aufmerksam gemacht. Im Winter springen hier die Profis mit ihren Skiern von der ältesten Skisprungschanze der Welt herunter, aber im Sommer kann jeder das Gefühl des freien Falls an der Zipline baumelnd nachempfinden und den Sprung wagen. Da wollen wir hin und ca. 10 Kilometer von Oslos Innenstadt entfernt streckt sich der Holmenkollbakken in die Lüfte. Das sieht ganz schön hoch aus. Aber ein wenig den eigenen Mut trainieren schadet nicht. Zur Sprungschanze gehört ein Skimuseum und ein kleines Café. Wenn du oben den Ausblick von der Schanze genießen möchtest, musst du den Eintritt ins Museum zahlen und kannst dann mit dem Aufzug hoch fahren. Je nachdem zu welcher Zeit du dort bist, kann es einige Wartezeit kosten. Wir empfehlen den Besuch an einem Wochentag und am besten am Vormittag.
Die freundliche Dame an der Kasse informiert uns, dass das Ziplinen leider aufgrund des Wetters nicht möglich ist. Och nee. Okay, es ist zugegebenermaßen etwas windig und diesig, aber das kann doch kein Hindernis sein?! Wie schade. Da haben wir uns nach unserem nicht ganz so traumhaften Aufenthalt hier richtig drauf gefreut. Natürlich stiefeln wir trotzdem auf die Schanze und genießen die tolle Aussicht über die ganze Stadt und den Osloer Fjord. Auch dafür lohnt sich der Eintritt. Uns fegt hier oben der Wind um die Nase und wir beobachten die Betreiber der Schanze, die die Zipline anscheinend austesten. Das wäre was gewesen. Wenn du also auf Aktivitäten mit Adrenalinkick stehst, ist das in Oslo genau das Richtige für dich.

170712_N_Holmenkollen1 (12)-1
170712_N_Holmenkollen1 (5)-1
Steht Oslo schon auf deiner Reiseliste für die nächste Zeit? Vielleicht willst du dich erstmal einlesen. Spannend und für Osloeinsteiger genau richtig, sind die Bücher von Jo Nesbø. Wenn du dann tatsächlich vor Ort bist, findest du einige Handlungsorte live wieder. Natürlich ist ein Tag für diese große Stadt viel zu wenig Zeit, um uns einen Rundumeindruck zu verschaffen, aber ein gewisses Flair und Charme haben wir eindeutig vermisst. Für Architekturliebhaber aber eine der Städte in Europa.

Weitere Infos zur Stadt und zur Reiseplanung findest du auf visitoslo.com.
Anja
Anja

Hey, ich bin Anja, 29 Jahre alt und seit Juni 2017 mit Thorsten und meiner Kawasaki auf Reisen. Meinen Job habe ich aufgegeben, um mich voll und ganz dem Reisen zu widmen. Auf unserem Blog Movin Minds schreibe ich die Texte und lasse dich so an unserem Abenteuer teilhaben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.