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Hafen von Stockholm mit Hotelschiff Rygerfjord
Als wir in der größten Stadt Schwedens, in Stockholm, ankommen, wissen wir nur eins - wir werden auf dem Wasser übernachten. Die MS Rygerfjord im Stadtteil Södermalm ist für zwei Nächte unser Zuhause. Wir sind begeistert als wir den Kai entlang fahren und nach „unserem“ Schiff Ausschau halten.
Södermalm liegt in der Innenstadt von Stockholm und ist nur einen Katzensprung zur Insel Stadsholmen, wo sich auch das Königliche Schloss und Gamla Stan, die Altstadt, befinden. Wir sind also mitten im Geschehen und die meisten Sehenswürdigkeiten sind fußläufig zu erreichen. Das ist für uns genau das richtige, wir erkunden Städte gerne zu Fuß.
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Es ist Anfang Juli und das Wetter meint es richtig gut mit uns. Am Abend können wir auf dem Deck unseres Hotelschiffes ein kühles Bier trinken und die tolle Aussicht auf die Stadt genießen. Auch der Preis von 9 € kann uns heute nicht schrecken. Wir sind selig. Nicht nur, weil wir uns auf ein schöne Entdeckungstour in Stockholm freuen, sondern auch, weil unsere Koje sogar ein eigenes Bad hat. Wir wissen die kleinen Dinge des Lebens definitiv mehr zu schätzen, seit wir Mitte Juni das heimische Deutschland verlasse haben und unser Zelt das einzige Dach über unserem Kopf ist.

Nachdem wir am Morgen ein paar bürokratische Formalitäten erledigt haben, ja Vollzeitreisende haben nicht nur Freizeit, stapfen wir los Richtung City. Über Gamla Stan geht es an der Riddarholmskyrkan (Kirche auf der Insel Riddarholmen) und dem Riksdagshuset (Reichstag) vorbei Richtung Innenstadt. Stockholm verteilt sich auf viele kleine Inseln, so überqueren wir auf den ersten Metern schon mehrere Brücken. Städte am Wasser haben immer ein besonderes Flair. Die Sonne, die uns von oben wärmt, ist natürlich noch ein Pluspunkt für unser Stockholmwochenende.

Für die erste Stärkung suchen wir uns ein Café. Natürlich ist uns bewusst, dass das Essen gehen in Schweden generell etwas teurer ist als in Deutschland, aber das Café Rang ist doch eine Enttäuschung. Für zwei Kaffee und zwei Ecken Baguette mit Falafel sowie ein süßes Gebäck zahlen wir mehr als 25 Euro. Das ist auch für ein stylish eingerichtetes Café zu viel des Guten. Auch der erste Eindruck auf einer der Haupteinkaufsstraßen ist negativ. Riesige Baustellen, viel Leerstand und schmuddelige Ecken, das hätten wir in der laut Internet schönsten Stadt Schwedens anders erwartet. Wir geben Stockholm dennoch eine Chance und schlendern Richtung Nationalbibliothek. Die ist sowohl von außen als auch von innen ein beeindruckendes Gebäude.

Als wir am Nybroplan wieder am Wasser stehen, werden wir für den schlechten Start entschädigt. Der Blick über den Hafen und die vorgelagerten Inseln ist toll und wir können uns kaum entscheiden, welche Richtung wir einschlagen sollen. Auf der Insel Djurgården können wir die Museen und Gröna Lund, den Vergnügungspark, erblicken. In der Ferne liegen die großen Kreuzfahrtschiffe bei Södermalm vor Anker. Vom Nybroplan aus, fahren Ausflugsboote zu den Schären und vielen anderen Zielen rund um Stockholm. Wenn du mehr als einen Tag Zeit hat, solltest du dir eine Schifffahrt nicht entgehen lassen.

Am Kai entlang und an vielen schönen Segelschiffen vorbei, erreichen wir die Inseln Skeppsholmen und Kastellholmen. Früher dienten die Inseln dem Militär als Stützpunkt, heute ist hier die Kunst beheimatet. Neben dem Museum für moderne Kunst finden Kulturbegeisterte hier auch das Architekturmuseum und das Ostasiatische Museum. Wir bewundern die Ausstellungsstücke von Niki de Saint Phalle „Fantastic Paradise“ im Skulpturenpark des Moderna Museet, die wie aus einer anderen Welt scheinen. Das Kastell, das der kleinen Insel den Namen gibt, ist heute ein Konferenzzentrum. Wir kraxeln den kleinen Weg hinter dem Kastell hoch und machen eine Verschnaufpause. Von der gegenüberliegenden Insel Djurgården hören wir die Schreie der Adrenalinsüchtigen, die vom Freefall-Tower in die Tiefe stürzen. Stockholm hat für Alt und Jung viel zu bieten.

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Was wir uns, wie alle anderen Touristen, die die Stadt bevölkern, nicht entgehen lassen, ist ein Blick auf das Königliche Schloss zu werfen. Von Skeppsholmen aus können wir es schon erspähen. Bewohnt ist es nicht mehr, die Königliche Familie lebt auf Schloss Drottningholm, etwa 10 Kilometer von der Innenstadt entfernt, aber es dient weiterhin zu repräsentativen Zwecken und ist in Teilen der Öffentlichkeit zugänglich. Je näher wir dem Schloss kommen, desto mehr Reisebusse fahren uns fast über die Füße. Die Touristen werden quasi direkt vor der Nase des wachhabenden Soldaten abgesetzt. Wie du dir vorstellen kannst, ist das eine eher hektische und wenig erhabene Atmosphäre. Wieso wird dieser Bereich nicht großräumiger abgesperrt? Zumindest für den Verkehr? Ein Foto vom Schloss ohne Reisebus ist nicht machbar. Wir haben bald genug und entdecken lieber die kleinen Gassen der Gamla Stan.
Zum Abschluss des Tages lassen wir uns treiben und finden in Södermalm einen wundervollen Aussichtspunkt. Das Restaurant Eriks Gondolen ist mit einem Aufzug von der einen oder über die Brücke Katarina gångbro von der anderen Seite erreichbar und auch ohne dort etwas zu essen, schießen wir einige Bilder von der Terrasse, die den perfekten Blick über die Stadt bietet. Die Cocktails hier sind sicher ein weiteres Highlight. Etwas gemütlicher und lockerer geht es auf der Mosebackenterassen zu, die im Sommer ein Outdoorbiergarten mit Live-DJ ist. Sie liegt direkt am Södra Teatern und zieht Touristen als auch Einheimische an.
Um unseren Stockholmbesuch abzurunden, darf auch die Stippvisite am Schloss Drottningholm nicht fehlen. An einem Tag ist das nicht zu schaffen, daher fahren wir auf unserem Weg aus der Stadt dort vorbei. Das Schloss liegt auf der Insel Lovön und steht auf der Liste der UNESCO-Weltkulturerbe. Wir sind zwar von der Größe des Schlosses und des dahinter liegenden Parkes beeindruckt, das Gebäude lässt uns aber eher kalt. Für uns wirkt es recht steril und unnahbar. Das ist bekanntlich Geschmacksache. Wenn du Schlösser und Royales magst, bist du in Schweden und vor allem Stockholm genau richtig. Drottningholm ist nur eins von 10 Schlössern, die du rund um Stockholm besichtigen kannst.

Auch wenn uns nicht alles gefallen hat, ist der Besuch in Stockholm für uns sehr interessant gewesen. Die Mischung aus Modern und Alt sowie die tolle Lage am Wasser hat uns in ihren Bann gezogen und wir sind vor allem vom Wetter verwöhnt worden. Wir kommen gerne wieder!

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Anja
Anja

Hey, ich bin Anja, 29 Jahre alt und seit Juni 2017 mit Thorsten und meiner Kawasaki auf Reisen. Meinen Job habe ich aufgegeben, um mich voll und ganz dem Reisen zu widmen. Auf unserem Blog Movin Minds schreibe ich die Texte und lasse dich so an unserem Abenteuer teilhaben.

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