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Bücher mit Fernwehgefahr – 14 Buchtipps zum Thema Reisen
4. Dezember 2017

Geirangerfjord – mit der Fähre durch Norwegens beliebtesten Fjord

Von Bergen geht es für uns über Innvik nach Hellesylt. Die Fahrt dort hin ist landschaftlich mal wieder ein Traum, aber wo ist es das nicht in Norwegen. Wir haben super Fahrwetter, die Sonne strahlt und es geht uns wunderbar. Eine Fährfahrt ist auch heute drin, und zwar von Oppedal nach Lavik. Da wir die ca. 370 Kilometer von Bergen bis Hellesylt nicht an einem Tag fahren wollen, machen wir einen Zwischenstopp in Innvik. Wir landen auf einem kleinen aber feinen Campingplatz direkt mit Blick auf den Fjord. So lässt es sich aushalten.

Hier treffen wir zur Abwechslung einige Motorradfahrer, eine Familie aus Deutschland und zwei Herren aus Polen. Norwegen ist ein beliebtes Ziel bei Motorradfahrern und das völlig zu Recht. Die schönen, kurvigen Straßen, die kaum zu überbietende Landschaft und viele Möglichkeiten zum Campen. Das Land macht es einem sehr leicht, es zu lieben.
Der Ausgangspunkt für eine Fährfahrt über den Geirangerfjord ist Hellesylt, das am nächsten Morgen unser Ziel ist. Ca. 80 Kilometer trennen uns noch vom Ziel und wir können entspannt in den Tag starten. Das bedeutet wie immer, alle Klamotten wieder einpacken, das Zelt abbauen und alles auf die Motorräder laden. An einem sonnigen Tag wie heute ist das kein Problem, an regnerischen Tagen vergeht uns da schonmal die Lust. Das Ganze dauert je nach Aktivität und Laune zwischen 1 und 1,5 Stunden. Dabei haben wir nicht wirklich viel dabei, aber müssen immer alles Ein- und Auspacken. -Schwierigkeiten des Camperlebens.

Aber heute freuen wir uns noch mehr als sonst über den strahlend blauen Himmel und den Sonnenschein, da die Kulisse am Geirangerfjord noch viel schöner sein wird. Wir können es kaum erwarten, auf die Fähre zu rollen und die Überfahrt zu genießen. Also auf geht’s!
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Der 15 Kilometer lange Geirangerfjord ist ein UNESCO-Weltkulturerbe und entsprechend gut besucht. Die Fährfahrt von Hellesylt zum gleichnamigen Ort Geiranger dauert 75 Minuten und kostet schlappe 410 NOK (ca. 43 €) pro Person. Auch Getränke und Snacks an Bord sind ziemlich hochpreisig. Am besten bringst du dir selbst etwas zu trinken und zu essen mit. Nichtsdestotrotz haben wir uns für die Fährfahrt entschieden. Auf dem Motorrad genießen wir natürlich die Fahrt durch die spektakuläre Landschaft Norwegens, aber die Fahrt mit der Fähre ist für uns entspannt und ebenfalls eine schöne Art der Fortbewegung. Der Blick vom Wasser auf die spektakuläre Landschaft am Fjord ist etwas Besonderes. Unsere Bilder sprechen hoffentlich für sich.

Während der Fährfahrt schießen wir eine Unmenge an Fotos und machen kurze Videos. In der strahlenden Sonne sitzen wir an Deck, haben die Sonnenbrillen auf und genießen einfach die Fahrt. Vor Antritt unserer Reise haben wir immer wieder von Norwegen gesprochen und es als unser ganz persönliches Favoritenland auserkoren. Nun da wir hier schon einiges gesehen haben, bestätigt sich unsere Erwartung bzw. wird übertroffen. Die Fjorde sind Norwegens Aushängeschild und wir finden, jeder sollte sich dieses Naturschauspiel einmal im Leben anschauen. Es ist beeindruckend, was die Natur hier geschaffen und geformt hat und wir fühlen uns klein und unbedeutend. Was haben wir schon für eine Bedeutung im Vergleich zu tausend Jahre alten Wasser- und Gesteinsmassen, die sich nicht davon beeindrucken lassen, wie die Zeit und Millionen von Menschen vorbei ziehen?
Was gibt es nun in den 75 Minuten entlang des Fjordes zu sehen? Mehrere Wasserfälle, steile Felshänge, die fast senkrecht in den Fjord abfallen, alte Bauernhäuser, die zwar nicht mehr genutzt werden, aber dennoch spektakulär am Fels gebaut sind und natürlich das glasklar blaue Wasser des Fjords. Der Kontrast zwischen den grünen, bewaldeten Hängen und dem dunkelblauen Wasser des tiefen Fjordes ist unvergleichlich. Besonders beeindruckt haben uns die „sieben Schwestern“ (De syv søstrene), sieben Wasserfälle direkt nebeneinander. Weitere tosende Wassermassen entlang der Strecke: Die Wasserfälle „Brautschleier“ (Brudesløret) und der „Freier“ (Frieren). Auf der Seite visitnorway.de kannst du von Zuhause aus eine virtuelle Tour durch den Fjord unternehmen und dir die Vorfreude versüßen. Die Natur hier ist unberührt und bis auf den Schiffsverkehr und einige Kajakfahrer ist es ruhig und majestätisch.

Ganz anders als im Ort Geiranger am Ende des Fjords. Hier ist es mit der Ruhe nicht weit her. Der kleine Ort ist überfüllt, platzt quasi aus allen Nähten. Die Schiffe der Hurtigruten und einige andere Kreuzfahrer halten hier und spucken ziemlich viele Touristen aus. Genauso wie natürlich unsere Fähre. Im Laufe des Jahres sind es mehr als 200 Kreufahrtschiffe, der Ort und seine Bewohner leben ausschließlich vom Tourismus.
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Eigentlich wollten wir in Geiranger den Abend verbringen, aber das Gewusel ist nichts für uns. Nachdem wir von der Fähre gerollt sind, nehmen wir direkt die Abfahrt nach links und quälen uns hinter einigen Bussen her, bis es auf der Serpentine „Adlerstraße“ weiter geht. Die bietet dann noch einmal ein wunderschönes Panorama über den Fjord und die Bucht mit dem Ort Geiranger. Mit etwas Abstand betrachtet sieht der fast malerisch aus. Das Wetter tut sein übriges. Wenn man von den sich drängelnden Touristenmassen am Aussichtspunkt und den vielen Fahrzeugen auf der schmalen Serpentinenstraße absieht, ist es ein einmaliges Erlebnis. Trotzdem sind wir froh, als wir mit den Motorrädern weiter fahren und noch ein paar Kilometer mehr zwischen uns und die Menschenmassen bringen. Für uns ist die norwegische Landschaft so atemberaubend, dass es manchmal schwer fällt, diese in Gesellschaft von hunderten anderen Touristen zu genießen. Vor allem die geballten Busladungen, die an einem Ort ausgespuckt und eine halbe Stunden später wieder eingesammelt werden, sind uns too much.
Vorbei an Eidsvatnet und Eisdal fahren wir die Berge hoch und runter. Wir machen eine kurze Pause und entscheiden uns dann noch ein Stückchen weiter nach Valldal zu fahren. Eine kleine Fähre bringt uns von Eisdal rüber und wir finden einen tollen Platz (Elvebakken), der direkt am Fluß liegt. Wir lassen am Abend die tollen Erlebnisse des Tages Revue passieren und sind sehr dankbar für die schönen Momente.

Zusammenfassung:

Strecke Hellesylt - Geiranger

75 Minuten mit der Autofähre

Pro Person + Motorrad ca. 43 €

Getränke und Snacks gibt's an Bord zu kaufen

Abfahrtszeiten der Fähre je nach Saison

Unterkünfte und Campingplätze in Geiranger sollten vor allem im Sommer vorab gebucht werden. Hie ist regelmäßig alles ausgebucht und ziemlich überfüllt.
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Anja
Anja

Hey, ich bin Anja, 29 Jahre alt und seit Juni 2017 mit Thorsten und meiner Kawasaki auf Reisen. Meinen Job habe ich aufgegeben, um mich voll und ganz dem Reisen zu widmen. Auf unserem Blog Movin Minds schreibe ich die Texte und lasse dich so an unserem Abenteuer teilhaben.

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